EAP (Erweiterte Ambulante Physiotherapie)

Was ist EAP?

Die Erweiterte Ambulante Physiotherapie (EAP) ist eine von der gesetzlichen Unfallversicherung aufgrund der Ergebnisse der Rehabilitation von Leistungssportlern entwickelte ambulante Therapieform. Dabei wird wohnortnah eine intensivierte physiotherapeutische Behandlung durch ein muskuläres Aufbautraining unterstützt.

Die Zulassung zur EAP erhalten ausschließlich besonders geeignete Rehabilitationszentren durch die regional zuständigen Landesverbände der DGUV. Spezielle personelle, apparative und räumliche Anforderungen müssen hierzu erfüllt werden.

Die EAP ist eine Komplextherapie die postoperativ und konservativ in Anspruch genommen werden kann. Sie dient in erster Linie der Funktionsverbesserung oder -wiederherstellung des Bewegungsapparates bei Berufskrankheiten oder nach Unfallverletzungen. Auch wenn ein Therapieerfolg nach normalen Heilmittelmaßnahmen ausbleibt oder nur verzögert eintritt, kann eine EAP verordnet werden.

Bei frühzeitig einsetzender und konsequenter Durchführung der EAP können deutlich bessere Behandlungsergebnisse bei signifikant kürzeren Arbeitsunfähigkeitszeiten erzielt werden.

Wie erfolgt die Behandlung?

Der Patient erhält eine besonders gezielte, intensive und umfangreiche Behandlung.
Die Therapieeinheiten werden je nach ärztlicher Verordnung an drei bis fünf Tagen in der Woche durchgeführt. Pro Tag beträgt die Therapiezeit zwischen 2 bis 4 Stunden.

Nach erfolgtem Eingangsbefund wird der Therapieplan individuell auf den Patienten abgestimmt.
Die Komplexbehandlung beinhaltet 3 Therapieformen: Physiotherapie, physikalische Therapie,
Medizinische Trainingstherapie. Ergänzt werden kann die Behandlung durch die Ergotherapie.

Wer kann eine EAP erhalten?

Alle Patienten der Berufsgenossenschaften und der gesetzlichen Unfallversicherungen.
Patienten mit einer privaten Krankenversicherung sowie Mitarbeiter der Polizei, Bundeswehr und Berufsfeuerwehr.

Wie wird die EAP verordnet?

Für Patienten der Berufsgenossenschaften und gesetzlichen Unfallversicherungen stellt der Durchgangsarzt eine Verordnung zur Durchführung einer EAP (Formular F2410, erhältlich über den zuständigen DGUV Landesverband) aus, welche einer Genehmigung durch die Berufsgenossenschaft bedarf.

Für Privatpatienten ist ein Privatrezept mit dem Wortlaut EAP und Angabe der Anzahl an Rehabilitationstagen durch den Facharzt für Orthopädie und/oder Chirurgie ausreichend.

Bei Angehörigen der Bundeswehr stellt der Truppenarzt ein Rezept über EAP mit der entsprechenden Anzahl der Rehabilitationstage aus.

Vorteile der EAP

Bei der EAP handelt es sich um eine extrabudgetäre Verordnung.

Sie zielt ab, auf die Sicherung des Operationsergebnisses sowie auf eine schnellere Rekonvaleszenz.

Als Intensivmaßnahme ermöglicht die EAP ein optimales funktionelles Ergebnis in kürzester Zeit.

Durch die spezialisierte Dokumentation wird der Arzt über den Verlauf der Behandlung intensiv informiert und behält dadurch die Kontrolle über die genaue Entwicklung des Patienten.

Dem Patienten kann eine wohnortnahe Rehabilitationsmaßnahme zur Verfügung gestellt werden.